Immobilien Bewertung - Finanzierung - Kauf

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Corona und der Einfluss auf den Wohnungsmarkt

Corona vergrößert die Ungleichheit auf den Wohnungsmärkten

Wohnungsknappheit gab es schon vor der Pandemie. Doch seitdem hat sie sich erheblich verschärft. Betroffen sind nicht nur Familien, Paare und Einzelpersonen, die auf der Suche nach einer Mietwohnung sind, sondern auch potenzielle Hausbesitzer. Das hat eine Studie der Hans-Böckler-Stiftung nun bestätigt.

Mietwohnungen sind rar und werden teuer

Für alle, die eine Mietwohnung suchen, ist die Knappheit an Immobilien keine gefühlte Wahrheit. Sie ist real. Dabei steigt vor allem das Interesse an größeren Wohnungen seit Beginn der Pandemie, die vielen Mietern schmerzhaft bewusst gemacht hat, wie eng ihre Wohnverhältnisse tatsächlich sind. Fehlende Arbeits- und zu kleine Kinderzimmer haben sich zu einem Stressfaktor entwickelt. Auch Balkone und Gärten bedeuteten während des Lockdowns erholsame Freizeit, besonders im städtischen Raum. Weil während der Pandemie Urlaubsreisen ausfielen und Freizeitaktivitäten weitgehend auf Eis lagen, haben Hausbesitzer viel in Umbauten und Renovierungen investiert. Auch das führt im Ergebnis zu höheren Mietpreisen für alle, die jetzt neue Mietverträge abschließen müssen. Als weiterer Preistreiber haben sich die hohen Handwerkskosten herausgestellt. Abgerissene Lieferketten während Corona führten zu einem Mangel an Rohstoffen. Die Rechnungen der Handwerksbetriebe spiegeln den Mangel wider. Das Ergebnis? Der Hauseigentümer schlägt die hohen Kosten auf die Miete auf. Kein Wunder, dass große Wohnungen, besonders in attraktiven Regionen, für kleinere Einkommensklassen zum Wunsch werden, der ein Traum bleiben muss.

Immobilienkäufer müssen tiefer in die Tasche greifen

Immer mehr Menschen sind der Überzeugung, dass es besser ist, Eigentum abzuzahlen, als Miete an den Hauseigentümer. Das Interesse am Hauskauf nimmt also zu. Das gilt umso mehr, weil die Mieten steigen und inzwischen einen zunehmend hohen Teil des Haushaltseinkommens in die Miete fließt. Zudem sind Häuser meist größer, bieten mehr Zimmer und befreien von der Abhängigkeit vom Vermieter. Seit 2020, also mit Beginn der Pandemie, sind die Preise für Eigentumswohnungen im städtischen Umfeld allerdings um 17,5% gestiegen. Bei Einfamilienhäusern lag die Quote mit 15,6% nur knapp darunter. Auf dem Land stieg das Preisniveau um 20,6% bei den Ein- und Zweifamilienhäusern. Bei den Untersuchungen zeigte sich aber auch, dass die Entwicklung pro Eigenheim in jedem Fall angestiegen wäre, vor allem befeuert durch die niedrigen Zinsen. Corona hat die Entwicklung allerdings verstärkt. Die weiterhin sehr niedrigen Zinsen und die zunehmende Erkenntnis, dass Immobilien eine Wertanlage mit Wertsteigerung sind - womöglich sogar die einzige, die auch ein Laie kalkulieren kann - ließen das Interesse am Immobilienkauf steigen.

Die Flucht aufs Land

Die Zahlen beim Immobilienhandel zeigen nicht nur, dass die Nachfrage und damit auch die Preise steigen, auch die Landflucht hat sich verstärkt. Kein Wunder, denn die steigende Zahl der Unternehmen, die auf Homeoffice umgestellt haben, erfordert mehr Platz im eigenen Haushalt. Auf dem Land ist das Leben fast überall günstiger und für Familien mit bewegungshungrigen Kindern und Naturfreunden attraktiver. So stehen weitaus mehr Freizeitaktivitäten unter freiem Himmel zur Auswahl, als das in Städten der Fall ist.

Prognose eher düster

Die Nachfrage nach Wohnraum steigt. Allerdings hat sich die Wachstumskurve etwas abgeflacht. Das liegt auch daran, dass die Bevölkerungszahl langsamer steigt, als das noch vor einigen Jahren der Fall war. Das ist auch in den Städten spürbar. Vor allem junge Menschen, die es vor Corona in die Städte zog, sind inzwischen verhaltener und entscheiden sich mehr für Randbezirke oder den ländlichen Raum. Entgegen steht wiederum der geplante Wohnungsbau. Vielerorts mussten Bauarbeiten für Monate unterbrochen werden. Die Fertigstellung der dringend benötigten Häuser und Wohnungen hat sich damit deutlich verzögert. Bis der Rückstand aufgeholt ist, wird noch einige Zeit vergehen.

Oktober 2021


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