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Wie entwickeln sich die Bauzinsen im Jahr 2019?

Bei großen Summen spielen kleine Zahlen eine bedeutende Rolle. In Bezug auf die Finanzierung einer Immobilie geht es natürlich um den Effektivzinssatz, zu dem eine Hypothek aufgenommen wird. Ein Prozent mehr oder weniger bedeuten hier mitunter mehrere Jahre, in denen die Schulden abzutragen sind.

Ein kleines Beispiel hierzu: Ein Darlehen von 100.000 Euro mit einer Kreditrate von 500 Euro monatlich. Bei einem Effektivzinssatz von 3 % p. a. ergibt sich eine Laufzeit von 23 Jahren und einem Monat. Beträgt der Effektivzinssatz nur einen Prozent weniger, also 2 %, verringert sich die Laufzeit auf 20 Jahre und drei Monate. Zwei Jahre und 10 Monate weniger abzuzahlen.

Es ist folglich nicht nur von großer Bedeutung, wie die persönliche finanzielle Lage aussieht, sondern ebenso der Zeitpunkt der Finanzierung. Der Markt für Hypothekengelder verändert sich fortwährend und unterliegt verschiedenen Faktoren, die es bei einer Prognose zur Zinsentwicklung zu berücksichtigen gilt. Aktuell befinden sich die Hypothekenzinsen auf einem sehr niedrigen Niveau, was unter anderem der seit dem Jahr 2016 bestehenden Nullzins-Politik der EZB zu verdanken ist. Zum Januar 2019 sieht es folgendermaßen aus:

Kredithöhe Zins-Bindung Effektivzins Sollzins Zinskosten
220.000 Euro 5 Jahre 0,85 % 0,83 % 8.650,88 €
220.000 Euro 10 Jahre 1,07 % 1,04 % 19.912,38 €
220.000 Euro 15 Jahre 1,41 % 1,38 % 35.353,83 €
220.000 Euro 20 Jahre 1,78 % 1,74 % 51.908,74 €

Der durchschnittliche Zinssatz ist in den letzten zehn Jahren kontinuierlich gesunken, doch wird sich dieser Trend auch 2019 fortsetzen?

Die meisten Experten gehen davon aus, dass die Hypothekenzinsen mittel- bis langfristig steigen werden, allerdings sehr moderat. Der EZB-Chef Draghi zumindest hat bereits im Sommer 2018 angekündigt, dass die EZB auch im Jahr 2019 an der Niedrigzinspolitik festhalten und, wenn überhaupt, nur marginal an der Zinsschraube drehen werde.

Was haben Pfandbriefe, Staatsanleihen und Hypotheken gemeinsam?

Ein anderer Faktor ist jedoch von größerer Bedeutung für die Entwicklung der Hypothekenzinsen als der EZB-Leitzins. Die Verzinsung von Pfandbriefen. Wenn Banken den Bau einer Immobilie finanzieren, holen sie sich das Geld hierfür über Pfandbriefe, die sie ihrerseits an Anleger ausgeben, die sogenannte Refinanzierung. Die Höhe der Verzinsung von Pfandbriefen ist wiederum von Staatsanleihen abhängig. Dabei werden die Pfandbriefzinsen nicht von den Banken selbst, sondern zunächst von der deutschen Girozentrale in Frankfurt festgelegt, die sich am Zinssatz der deutschen Staatsanleihen orientiert.

Nun ist es so, dass die Verzinsung von Staatsanleihen von der Wirtschaftskraft eines Staates abhängig ist. Je stabiler die Wirtschaft, desto sicherer sind die Staatsanleihen, was wiederum für eine niedrige Verzinsung sorgt. In dieser Beziehung gab es aufgrund der gut laufenden Konjunktur während der letzten Jahre in Deutschland keine Probleme. Für Spekulanten sind deutsche Staatsanleihen eher langweilige Papiere, die zwar ein sicherer Hafen für die Geldanlage sind, aber kaum Gewinne abwerfen. Das könnte sich in den kommenden zwei Jahren ändern. Verschiedene Einflussfaktoren zeigen eine Schwächung der Wirtschaft an, was in der Folge die höhere Verzinsung von Staatsanleihen und letztlich auch von Hypothekenzinsen nach sich ziehen wird.

Die Geschwindigkeit, in der sich die Zinslandschaft verändert, ist aktuell als eher gemächlich zu bezeichnen. Allerdings gibt es relativ unberechenbare Einflussfaktoren. Etwa der Handelskrieg zwischen China und den USA. Je nach Eskalationsstufe können die gegenseitigen Zölle und Embargos auch andere Länder in Mitleidenschaft ziehen. Im Besonderen Deutschland als ausgeprägte Exportnation.

Die Prognose für 2019

Das Jahr 2019 wird voraussichtlich noch der beste Zeitpunkt sein, um einen günstigen Hypothekenzinssatz bei den Banken zu erhalten. Schon ab Anfang 2020 dürfte sich das politische und wirtschaftliche Umfeld verschlechtert haben und damit die Zinsen steigen. Trotzdem sollte nun nicht überstürzt gehandelt werden. Eine solide Baufinanzierung verträgt auch etwas höhere Hypothekenzinsen, denn letztlich ist das zuvor angesparte Eigenkapital der wichtigste Faktor. Je weniger Schulden gemacht werden müssen, desto weniger Zinsen sind dafür zu zahlen.

Januar 2019


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